Es war eine Werbung für den Ringkampfsport und am Ende hörte man aus vielen Ecken der Halle Lob für beide Teams. Am Siegeswillen der Ringer und an der Unterstützung der Fans lag es nicht, gewinnen wollten auch beide Teams. Taktisch ging diesmal nicht jeder Schachzug der Elchfighter wie gewünscht auf und am Ende fehlte ein Hauch, der die rund 600 Zuschauer in der vollen KSV-Halle vollends in Jubelstürme versetzt hätte.
Schon der Auftakt hatte es in sich. Nils Krautsieder (57 kg GR) begann furios, führte zwischenzeitlich deutlich mit 12 Punkten, musste dann aber dem harten Gewichtmachen Tribut zollen. Dies war die Taktik von Jonas Stark. Er war sich bewusst, dass er weniger Gewichtsverlust wettmachen muss. Die zweiten drei Minuten gehörten ihm und er holte mit sauberen Würfen Punkt um Punkt. Am Ende musste sich Nils mit 12:23 geschlagen geben. Im Schwergewicht stellte sich der kränkelnde Hikmet Akyol (130kg FS) selbst dem ungarischen Spitzenringer Richard Végh. Eine taktische Umstellung kam für ihn nicht in Frage und in der zweiten Runde verlor er technisch gegen den ungarischen Spitzenringer. In der 61-kg-Klasse fand Miguel Richter nie richtig in seinen Rhythmus und unterlag gegen den erfahrenen Stefan Maierhöfer mit 1:11. Eindrucksvoll präsentierte sich Luca Besser (98 kg GR), der seinen Gegner Maximilian Wenhuda bereits nach 42 Sekunden mit einem Armzug auf die Schultern zwang. Auch Pridon Abuladze (66 kg GR) schulterte seinen Gegner nach wenigen Sekunden, die Punkte wären in jedem Fall an die Elchfighter gegangen, da sein Gegner zu schwer war.
Nach der Pause waren das Augenmerk auf den Schlüsselkampf Joshua Uebelhör (86kg FS) gegen Jonathan Hilpert gerichtet. Die Idee, mit Joshua Uebelhör technische Raffinesse und Erfahrung dem körperlich starken Hilpert entgegenzusetzen, fand jedoch keinen Erfolg und scheiterte in einem hart geführten Duell mit einer 2:10 Punktniederlage. Ilhan Myumyunov (71 kg FS) konnte einen ungefährdeten 7:0-Punktsieg erringen –Marc Hieber verteidigte jedoch geschickt, so dass nur zwei der vier erhofften Mannschaftspunkte auf dem Konto der Elchfighter landeten. In ähnlicher Manier wie sein Bruder Luca dominierte Maximilian Besser (80 kg GR) seinen Kampf mit 16:0 durch technische Überlegenheit, wirklich bemerkenswert, wie stark sich Maxi in den Jahren bei Greiz nochmals verbessert hat. Zum Spitzenkampf kam es dann zwischen Giorgi Davitaia (75A kg GR) und seinem Gegner Adam Pohilec, am Ende konnte der Röhlinger mit etwas Glück den Kampf durch die höhere Wertung für sich entscheiden. Im letzten Kampf des Abends kämpfte André Wuchenauer (75B kg FS) mit all seiner Erfahrung, musste sich aber dem deutschen Spitzenringer Arthur Beser beugen. Nicht umsonst war der erst 18-jährige 2024 Deutscher Meister und neunter bei den Europameisterschaften der U17. Trotz der Niederlage bleibt der KSV Unterelchingen im Moment noch auf Tabellenplatz zwei –In der kommenden Woche wartet mit dem SV Fellbach ein weiterer wichtiger Gegner. Mit derselben Leidenschaft, die am Samstagabend zu spüren war, wird der KSV alles daransetzen, die Erfolgsspur wiederzufinden. Natürlich überwiegt im ersten Moment die Enttäuschung, aber erst am Ende der Saison heißt es ein Fazit über die Saison zu ziehen.
